Bag-in-Box-WeinObwohl sich die gesamte Welt Richtung Nachhaltigkeit und Umweltschutz bewegt, scheint sich zumindest der deutsche Weinmarkt dem Ganzen immer noch ein wenig zu sträuben. Der Bag-in-Box-Wein, auch BIB, wortwörtlich übersetzt Beutel-in-Schachtel, wird von vielen Weinkennern als qualitativ minderwertig angesehen. Grund dafür sind Vorurteile gegenüber der billigeren Verpackung, gekoppelt mit der Annahme, dass eine höhere Quantität automatisch schlechtere Qualität bedeutet. Warum diese Vorurteile gegenüber den Bag-in-Box-Weinen veraltet sind und kaum noch zutreffen, werden wir Ihnen hier darlegen.

Aber was genau ist ein Bag-in-Box-Wein? Bei dieser Art der Weins handelt es sich nicht um eine traditionelle Glasflasche, sondern um einen mit Wein befüllten Kunststoffschlauch, welcher wiederum in einem Pappkarton liegt und mit Hilfe eines Zapfhahns vom Weingenießer abgefüllt werden kann. Die erste kommerzielle Nutzung dieser Art von Weinverpackung lässt sich auf 1965 zurückführen, als der australische Winzer Thomas Angove das entsprechende Patent für den Bag-in-Box angemeldet hat. Das Aufbewahren von Wein in einer so genannten Doppelverpackung lässt sich allerdings noch viel weiter zurückverfolgen; schon in der Antike machten zuerst die Griechen Nutzen von Weinschläuchen, damals noch aus Ziegenhaut und -fell.

Die Tradition, Wein in Schläuchen aufzubewahren, ist also so alt wie der Weingenuss selbst. Woher rühren dann die Vorurteile? Bis vor kurzem gab es nur sehr wenig Auswahl bei Bag-in-Box-Weinen, da sich viele Winzer anfangs gegen diesen neuen Trend sträubten. Weiterhin wird ein großer Teil dieser Weine durch Discounter wie Aldi oder Lidl vertrieben, was den Weinkenner natürlich aufmerken lässt und ein negative Assoziation kreiert. Dies hat sich aber, besonders in Deutschland, in den letzten Jahren rapide geändert, denn sogar die renommiertesten Winzer haben diese Form der Verpackung teilweise adaptiert, da die Vorteile des Bag-in-Box-Weinsdie Nachteile deutlich überwiegen.

 

Der Bag-in-Box ist nämlich nicht nur umweltschonender und günstiger, sondern lässt sich leichter transportieren, nimmt weniger Lagerplatz ein, und spart im Vergleich zur klassischen Flasche beinahe 40% des ursprünglichen Gewichts, weswegen diese Art der Verpackung besonders im Online Weinhandel immer beliebter wird. Aus dem geringeren Gewicht resultiert natürlich auch ein geringerer Kraftstoffverbrauch beim Transport, was letztendlich dazu führt, dass der Bag-in-Box im Vergleich zur Glasflasche fast zwanzigmal weniger CO₂ verursacht. Auch das Recycling der Verpackung ist unkompliziert, der Weinschlauch selbst kann einfach über den gelben Sack entsorgt werden und der Karton wandert in den Papiermüll. Noch dazu kommt, dass der Wein im Plastikschlauch bis zu 40% günstiger sein kann als derselbe Wein aus der Flasche. Dies lässt sich auf die geringeren Transport- und Verpackungskosten zurückführen sowie die Tatsache, dass der Bag-in-Box in größeren Mengen vertrieben wird; in Europa sind die häufigsten Füllmengen drei oder fünf Liter.

 

Doch wirkt sich das Plastik der Verpackung nicht negativ auf den Geschmack des Weins aus? Die kurze Antwort auf diese Frage ist ein simples “Nein”. Besonders in Deutschland ist die Lebensmittelverordnung so streng, dass ein Wein der einen wahrnehmbaren PVC Anteil aufweist, niemals für den Verkauf zugelassen werden würde. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall, Bag-in-Box-Wein wird garantiert niemals korken und ist geöffnet sogar länger haltbar als Wein in einer traditionellen Glasflasche. Bis zu zwei Monate nach der ersten Öffnung ist der Wein aus dem Plastikschlauch immer noch ohne Probleme genießbar, vorausgesetzt, er wurde ordnungsgemäß gelagert. Denn durch den integrierten Zapfhahn lässt sich der Bag-in-Box-Wein nicht nur leichter einschenken, sondern wird auch noch vor Sauerstoffkontakt bewahrt, wodurch der Wein nicht so schnell absteht. Zahlreiche Blindtests haben bereits gezeigt, dass es keinen bemerkbaren Unterschied im Geschmack gibt zwischen dem Wein aus der Glasflasche und dem Bag-in-Box. Noch dazu kommt, dass die größere Verpackungseinheit das Gefühl vermittelt, ein eigenes kleines Weinfass in der Küche stehen zu haben, und wer will das nicht? Der Zapfhahn bereitet also nicht nur Spaß beim Einschenken, sondern trägt auch noch zu der Haltbarkeit des Weines bei!

 

Nun denken Sie sich vielleicht, wieso wird Wein in Flaschen überhaupt noch verkauft, wenn der Bag-in-Box so viele Vorteile hat? Grund dafür ist das geringe Lagerpotential dieser Verpackungsmethode. Einmal geöffnet, hält sich der Wein im Plastikschlauch deutlich länger als Wein in einer Glasflasche. Wollen Sie jedoch einen Wein länger als ein Jahr zurücklegen, so ist die traditionelle Flasche immer die bessere Wahl. Der BIB-Wein eignet sich zwar hervorragend für den sofortigen Genuss, allerdings hat ein Wein, der im Plastikschlauch gelagert wird, ein sehr geringes bis gar kein Reifepotential, weshalb wahre Weinkenner und Sammler wohl immer der Glasflasche treu bleiben werden. Wenn Sie aber auf der Suche nach einem sofort genießbaren Wein für den Privatverbrauch oder für eine größere Festivität sind, treffen Sie mit einem Bag-in-Box-Wein fast immer die richtige Wahl!


Natürlich fallen uns bei WirWinzer die immensen Vorteile des Bag-in-Box-Wein auf, weshalb wir stetig neue BIB-Weine in unser Sortiment aufnehmen. Wir würden Ihnen also vorschlagen, dem Ganzen einfach mal eine Chance zu geben, denn besonders für ein größere Feier, wie es jetzt in Zeiten der Fußball-WM häufiger vorkommt, ist so ein kleines persönliches Weinfass ein Riesenhit!