Federweißer - ein erster Vorgeschmack auf den neuen Jahrgang.

Federweißer: das sprudelnde Herbstgetränk

Mit Beginn der Traubenlese startet auch die Zeit des Federweißen. Wenn der Duft von frisch gelesenen Trauben in der Luft liegt und die Winzer*Innen Schilder auf der Straße aufstellen mit der Aufschrift “Neuer Wein”, dann beginnt die schönste Zeit des Jahres, die Ernte des neuen Weinjahrgangs. In allen deutschen Weinanbaugebieten ist Federweißer ein üblicher Begleiter des Herbstes und der Erntezeit.

Wann gibt es Federweißer?

Zu trinken gibt es Federweißer meist ab Mitte August bis Ende Oktober. Kaufen kann man ihn direkt beim Winzer und mittlerweile auch landesweit im Kühlregal von Supermärkten und Fachhandel.

Was ist Federweißer?

Federweißer ist gärender Traubenmost . Die Gärung befindet sich noch relativ am Anfang, wenn Säure, Süße und Alkohol ausgeglichen sind. In diesem Stadium hat Federweißer ungefähr 5 % Vol. Alkohol.

Was man über Federweißer wissen sollte:

Wie lange kann man Federweißer stehen lassen?

Da sich der Federweißer zur Zeit des Genusses in der Gärung befindet sollte man ihn unbedingt kühl lagern, um die Gärung zu verlangsamen bzw. zu stagnieren und niemals komplett verschließen. Durch die Gärung entsteht in einem komplett luftdicht verschlossenen Gefäß ein enormer Druck, der die Flasche durchaus zum zerspringen bringen kann. Also ist mit dem gärenden Herbstgetränk durchaus Vorsicht geboten und eine richtige Lagerung erforderlich. Am besten lagert man Federweißer gut gekühlt bei ca. 8°C im Kühlschrank, denn bei niedrigen Temperaturen arbeiten die Hefen, die den Zucker in Alkohol umwandeln nur sehr langsam bis gar nicht und man kann sich ein paar Tage am Genuss von Federweißer erfreuen.

Als Federweißer kennt man den gärenden Most überall, aber auch regional unterschiedlich unter den Synonymen “Sauser”, “Brauser”, “Rauscher” oder “Neuer Wein” und in Österreich wird er auch als “Sturm” bezeichnet.

Woher kommen diese Begriffe für den gärenden Traubenmost?

Da das Herbstgetränk noch in der Gärung ist, ist Federweißer nicht klar und durchsichtig wie der fertige Wein, sondern eher trüb und durch den fortlaufenden Gärprozess sprudelt der werdende Wein, wie ein Secco . Die aufsteigenden und schäumenden CO2-Bläschen, die bei der Gärung entstehen tänzeln durch das Glas und sehen aus wie tanzende Federn, daher die Namensgebung des Federweißen. “Sauser” und “Rauscher” beziehen sich ebenfalls auf das rauschende Geräusch, dass im Herbst die Melodie in den Weinkellern der Winzer*Innen ist. Hält man das Ohr an das Glas, dann erinnert das Sprudeln des Herbstgetränks auch an Meeresrauschen.

Aus welchem Glas trinkt man Federweißer?

Bei der Glasauswahl kann man nicht viel falsch machen. Man kann den Rauscher aus einem klassischen Weinglas genießen, was zum einen edel aussieht und zum anderen die Aromen im Bauch des Glases gut auffängt, aber genauso auch aus einem normalen Wasserglas. In der Pfalz trinkt man Federweißer aus dem dort heimischen “Dubbe-Glas” und in Rheinhessen bzw. Mainz aus der “Mainzer Stange”. Das wichtigste beim Genuss von Federweißer ist jedoch, dass es schmeckt, da ist die richtige Glasauswahl zweitrangig.

Was isst man zu Federweißer?

Zur Federweißen-Zeit gehört ganz klassisch Zwiebelkuchen. Die Harmonie des süßen gärenden Mostes mit karamellisierten Zwiebeln und würzigem Speck als herzhaften Kuchen ist einfach perfekt.

Wer den Zwiebelkuchen selbst machen möchte, für den haben wir hier unsere Rezept-Empfehlung:

Für den Teig:

  • 450 g Mehl

  • 220 ml Wasser

  • 50 g Butter

  • 25 g frische Hefe

Federweißer und Flammkuchen

  • 1 Prise Salz

  • 1 Prise Zucker

Für den Belag:

  • 800 g Zwiebeln

  • 200 g Speckwürfel

  • 2 EL Öl

  • 3 Eier

  • 200 ml Sahne

  • 250 g Käse (gerieben)

  • Salz

  • Pfeffer

  • Muskat

Zubereitung:

Mehl, Zucker in eine Schüssel geben und eine Kuhle in der Mitte formen. In die Kuhle die Hefe bröseln und die warme, geschmolzene Butter darüber gießen. Kurz stehen lassen und dann beginnen den Teig zu kneten, dabei nach und nach das Wasser dazugeben und eine Prise Salz. Den Teig eine halbe Stunde gehen lassen.

In der Zwischenzeit die Zwiebeln und Speckwürfel in Öl anbraten, bis die Zwiebeln leicht braun sind. Anschließend Eier, Sahne, Pfeffer, Salz und Muskat mit den angebratenen Zwiebeln und Speck mischen.

Den Teig ausrollen, auf ein Blech geben und einen Rand nach oben drücken. Das Zwiebel-Eier-Gemisch auf dem Teig verteilen und mit Käse bestreuen.

Anschließend den Zwiebelkuchen im vorgeheizten Ofen bei 200° C Umluft für ca. 30 Minuten backen.