SpätburgunderDer Spätburgunder ist so etwas wie der rote Gegenspieler des Riesling. Der Spätburgunder, oder auch Pinot Noir, ist kein Wein, der mal eben zwischendurch getrunken wird. Er wird für gehobene und feierliche Anlässe geöffnet.

 

Die Burgunderfamilie ist unter den Wildreben aus dem westlichen Mitteleuropa eine der ältesten. Ab dem Ende des 9. Jahrhunderts, nachdem der Spätburgunder am Bodensee  angelangt war, ging die Entwicklung steil nach oben. Im 13. Jahrhundert fand man den ihn im Rheingau, 300 Jahre später wohl auch in der Pfalz und seit dem 18. Jahrhundert auch in der Ahr. Seitdem man ihn auch für die Sektproduktion verwendet, gibt es eigens angelegte Burgunderweinberge. Heute findet man auf beinahe jedem Weinberg mit Rotweinreben auch den Spätburgunder.

 

Knapp 12.000 Hektar Rebfläche sind ihm gewidmet. Vor allem für die Winzer aus Baden, der Pfalz (zusammen etwa 7.500 Hektar), sowie Rheinhessen, Württemberg, dem Rheingau und der Ahr spielt der Spätburgunder eine tragende Rolle.

 

Dabei verlangt er seinem Erzeuger viel ab. Die Rebsorte braucht viel Sorgfalt und hat hohe Ansprüche an das Klima und den Boden. Wenn die Lage passt, wird der Winzer aber auch mit einem der besten Rotweine weltweit belohnt.
Größtenteils werden trockene Rotweine angebaut, man findet aber auch hin und wieder Roséweine und Sekt. Auch die Herstellung eines „Blanc de Noirs“, also einem Weißwein aus roten Trauben ist möglich.

 

Geschmacklich lassen sie sich in der Regel als vollmundig und überwiegend fruchtig beschreiben. Die gängigen Aromen erinnern an verschiedene Beeren und Kirsche. Werden sie auf traditionelle Art ausgebaut sind sie eher mild und nicht sonderlich intensiv in ihrer rötlichen Färbung. Moderne Spätburgunder hingegen sind sowohl im Geschmack als auch in der Rotfärbung kräftiger.
Spätburgunder passen zu Braten- oder Wildgerichten sowie Käseplatten und sind sie vor allem in kühleren Zeiten ein angenehmer Begleiter.


Geschrieben in Wein-Lexikon von Steve