Gestern erhielt der Jurist Professor Hans-Jörg Koch die „Professor-Niklas-Medaille“ im Deutschen  Weininstitut in Mainz. Julia Klöckner, Parlamentarische Staatssekretärin, nahm die Auszeichnung im Namen von Bundesministerin Ilse Aigner vor und attestierte Koch einen wesentlichen Beitrag „zum besseren Verständnis des Rechts und der Weinkultur“. Die äußerst selten vergebene Auszeichnung ist die höchste im Repertoire des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Die Verbindung Kochs zum Wein kommt wohl von seiner Herkunft. Als Sohn einer Winzerfamilie hatte sich Koch bereits bei seiner Promovierung im Jahr 1955, die Probleme des Weingesetzes als Thema vorgenommen. 1971 veröffentlichte er einen Weinrechtskommentar, der inzwischen in einigen Kreisen als die Bibel des Weinrechts gilt.

Die Kritik Kochs an der Weinkultur geht in die Richtung der Kommerzialisierung. Absatzorientierte Weinherstellung die nur nach den Vorstellungen des Käufers geschieht, sorge dafür den Wein zu degradieren. Dabei spricht er auch von unnatürlichen Aromen wie Tabak oder Holzchips. Er fürchtet, dass die zunehmende Globalisierung auch dem Deutschen Wein schadet.
Entwicklungen, nach denen Wein zunehmend als reines Agrarprodukt betrachtet wird und wonach gar versucht wird den Rebensaft als Droge einzuordnen, sieht Koch als sehr problematisch. Bei einer gleichbleibenden Tendenz befürchtet er das Aussterben der Deutschen Weinkultur.