Guter Wein hat seinen PreisGuter Wein hat seinen Preis – das sieht auch der badische Weinverband so. Bei einer Versammlung badischer Winzer in Hagnau am gestrigen 19. Januar 2011 betonte das auch der Präsident des badischen Weinbauverbandes Kilian Schneider. Selten war ein deutscher Wein besser als heute und in den letzten Jahren, doch diese Qualität brachte den geringsten Ertrag seit 25 Jahren. Daher soll nun an der Preisschraube gedreht werden.

Ein solcher Schritt sei in vollem Umfang legitim. Die hohe Qualität wird nicht als unbedingt vorausgesetzt, sondern erlangt Anerkennung bei Kennern und Liebhabern. Dazu kommt der oft unbeachtete Beitrag, den die Winzer aus Baden und ganz Deutschland zum Erhalt der Landschaft leisten.
Und noch eine Gegebenheit rechtfertige einen Preisanstieg. Um langfristig weiterhin Weine mit dieser Qualität zu erzeugen, also auch international konkurrenzfähig zu bleiben, müssen die Kassen in diesen Jahren mehr klingeln.

Bei der gestrigen Versammlung wurde nicht nur über den Preis gesprochen. Der Präsident hat für die Zukunft einiges in petto.
Auf Ebene der Rotweine sollen sich badische Weine klarer voneinander Differenzieren. Eine Studie ergab, dass es zwei Lager gibt, eines bevorzugt Spätburgunder, das Andere Pinot Noir. Die typischen Unterschiede dieser beiden Weine sollen auf dem Etikett ablesbar sein.
Auch vor der europäischen Union will Killian Schneider vorstellig werden. Er befürchtet (wie übrigens auch Prof. Hans-Jörg Koch im Beitrag vom 18.01.2011) eine zu starke Entwicklung des Weinanbaus hin zur industriellen Produktion. Bei diesem Thema bekommt er Rückendeckung aus beinahe allen europäischen Weinregionen. Dennoch appellierte er an die Winzer, sich ebenfalls öffentlich mit der Sorge auseinanderzusetzen, Farbe zu bekennen und Flagge zu zeigen.