WeinküferDer Weinküfer hat in den letzten Dekaden einen klaren Wandel seiner Berufsgruppe erleben dürfen. In seiner Stellenbeschreibung steht nicht mehr das, was einige der älteren Winzer noch kennen. In der Vergangenheit stellten die Weinküfer die Fässer zur Lagerung und Reifung her. Was hat sich seitdem verändert?

Der Bundesvorsitzende des Verbandes des Deutschen Fass- und Weinküfer-Handwerks e.V. Jürgen Wörthmann, spricht dem Weinküfer eine der wichtigsten Aufgaben bei der Weinherstellung zu. Von der Ernte der Traube bis zum schlussendlichen Abfüllen – immer ist der Weinküfer dabei.

Sind die Trauben geerntet prüft der Weinküfer Gewicht und Säuregehalt der Ernte. Ohne sein OK findet keine Pressung statt. Während des Ausbaus, also dem Gärungsprozess bei dem der Wein zur Reife kommt, muss der Weinküfer ständig ein kontrollierendes Auge auf den Wein gerichtet haben. Wenn eine Übersäuerung droht, greift er ein. Die technischen Geräte, die ihm dabei zur Seite stehen, sind bei weitem kein Ersatz für den ausgeprägten und geschulten Geruchs- und Geschmackssinn.

Neben guten Nasen und Gaumen benötigen Weinküfer Interesse an Biologie und Chemie. Zudem sollten sie fit in der Mathematik sein und, am wichtigsten, sie sollten Wein mögen. Die Ausbildung zum Weinküfer ist sehr vielseitig. Hygiene- und Desinfektionsvorschriften, der nationale und internationale Weinmarkt, Marketing, Kundenbetreuung und Recht – all das sind Themenschwerpunkte während der drei-jährigen Lehre. Nicht zu vergessen das wichtigste Instrument des Weinküfer – man lernt wie richtiges Riechen und Schmecken funktioniert.

Das Bild hat sich gewandelt. Vom nationalen Fassbinder der lediglich die Herstellung, Reparatur und Kontrolle der Weinfässer unter seinen Fittichen hatte, sind die deutschen Weinküfer gerade auch im Ausland gefragter den je.