Badens Weinertrag niedriger als erwartetDer Weinertrag aus Baden ist im Jahr 2010 niedriger ausgefallen als ursprünglich erwartet. Auch die Meldung, dass der Jahrgang in seiner Qualität besser sei als erwartet, will nicht so recht für überschwängliche Freude sorgen.
Im Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre wurden pro Hektar Reben etwa 76 Hektoliter Wein geerntet. Im Jahr 2010 sank diese Zahl auf 64,5 Hektoliter.

Das schlägt sich nun auch auf die Preise nieder. Bereits im Beitrag Guter Wein hat seinen Preis vom 20. Januar diesen Jahres, berichteten wir von geplanten Preiserhöhung badischer Weinerzeugnisse. Zu den dabei genannten Gründen kommt nun auch noch die schlechte Ernte in Deutschland und ganz Europa hinzu. In Baden dürfte man sich über einen solchen Preisanstieg freuen, denn vor allem die dortigen Winzer befinden sich am unteren Ende der Einkommensskala.

Die gute Weinqualität des Jahres 2010 kann nicht über die offensichtlichen Schwachstellen hinweg täuschen. Während 2009 70 Millionen Liter Prädikatsweine erzeugt wurden, waren es 2010 nur noch 34 Millionen Liter. Der Rest, also etwa 66 Millionen Liter, ist in Qualitätswein “geflossen“.

Eine weitere Gefahr liegt in der Zukunft. Wenn 2015 die geplante europaweite Freigabe des Weinbaus in Kraft tritt, könnte es zu einer völligen Überproduktion kommen. Eine Investorengruppe aus Australien habe bereits angemeldet, am Rhein auf ca. 800 Hektar Fläche, Wein anbauen zu wollen.