Alter Wein-ein Stolperstein?In jüngster Vergangenheit hat sich der WirWinzer-Blog bereits in zwei Beiträgen mit dem Alter und der Reife von Weinen beschäftigt (Die richtige Lagerung und Wein aus dem zweiten Weltkrieg).

Manfred Klimek, in der Welt der Weine wohl besser bekannt als Captain Cork, hat sich dem Thema in dem Online-Auftritt der Tageszeitung „ZEIT“ ebenfalls angenommen und etwas kritischer begutachtet.
Das Trinken alter, reifer Weine kann zu wahren Gaumenfreuden führen. Doch gerade wenn der Wein aus fremden Kellern kommt, ist Vorsicht geboten. Vertrauen spielt eine ebenso große Rolle wie Misstrauen. WirWinzer hat für Sie die 4 Tipps von Manfred Klimek zusammengefasst.

Der Jahrgang spielt eine erste große Rolle. Nur weil der Wein alt ist, ist er nicht automatisch auch eine Delikatesse. Hier zählt das Zusammenspiel aus Lage und Jahrgang. So kann der Jahrgang 1990 aus dem Bordeaux wahrscheinlich nicht sehr alt werden, ein 1989er dagegen kann weit über 50 Jahre Freude bereiten. Klimek empfiehlt unter anderem die Rhone, die Toskana und Kalifornien. Dabei ist nicht zu vergessen, dass die Mosel zu den wertbeständigsten und besten Weinregionen der Welt zählt.

Ein Blick auf den Füllstand der Flasche kann Bände sprechen. Wenn dieser zurück geht, was bei einigen Weinen ab 15 Jahren Lagerung geschehen kann, ist dies ein Zeichen für Oxydation und den bevorstehenden Verfall. Dem vorbeugen können Weingüter zum Beispiel durch Neuverkorkung.

Zu Beginn wurde bereits das Vertrauen angesprochen. Das Internet bietet eine Plattform mit vielen Möglichkeiten, allerdings auch mit Gefahren. So rät Klimek von unseriösen Auktions-Häusern aus dem Internet ab. Von der Krise geschüttelte Länder werfen ihre älteren Weine zu hohen Preisen auf den Auktions-Markt um Schulden begleichen zu können. Da hier oft Fälschungen nicht vom Original unterschieden werden können und man weder Namen, noch Gesicht des Verkäufers kennt, ist die Gefahr mindere Qualität zu erwerben besonders hoch. Hier gilt es sich vorher zu informieren und nach Quellen zu suchen, die einen Reinfall weitestgehend ausschließen.

Der letzte zu beachtende Aspekt ist die Herkunft des Weines. Jeder Transport schadet den Weinen ein bisschen mehr. Wein will ruhig liegen ohne geschüttelt zu werden. Dazu kommt, dass der Kunde die genaueren Umstände des Transportes nicht kennt. Stand ein Container im Hafen längere Zeit in der Sonne, kann man den Wein vergessen. Ein fachgerechter Umgang ist Vorschrift und wäre wünschenswert, wird jedoch längst nicht überall eingehalten.